Kein Pflichtenheft. Ein Regelkreis.

KI-Rollout-Plan — geführt durch das Deming-Rad.

Statt eines Konzeptpapiers, das einmal geschrieben und nie wieder angefasst wird: ein PDCA-Zyklus, der sich mit jeder Umdrehung schärft. Das passt zufällig genau zu Regel 2 unseres eigenen PM-Regelwerks — ein Plan ohne Rückkopplungsschleife driftet. Ein Rollout-Plan als PDCA ist die Rückkopplungsschleife.

Der Mechanismus

Plan · Do · Check · Act — als lebendes Rad.

Klick auf ein Viertel. Jede Phase hat eine klare Aufgabe und ein klares Übergabekriterium zur nächsten — keine Phase ist „fertig", solange sie das nicht liefert.

PDCA Klick ein Viertel PLAN DO CHECK ACT
Die Roadmap

Vier Wellen statt eines großen Wurfs.

Jede Welle durchläuft das Rad einmal vollständig, bevor die nächste startet. Kleine Reichweite pro Zyklus — damit „Check" ehrlich bleibt und nicht zur Formsache wird (Regel 3).

Welle 0 — Abgeschlossen
Fundament
Act
PM-RegelwerkPortal-Landingpage

Ein Zyklus ist bereits gelaufen: Regelwerk formuliert, Landingpage gebaut, Design verprobt und verfeinert (Mentalist-Restyle war das „Do→Check→Act" in Aktion — dein Feedback hat direkt korrigiert).

Standardisiert als: Live-Referenz auf thomasmartin-pmp.de; Basis, an der alle weiteren Produkte gemessen werden.
Plan
bereits gelaufen
  • Positionierung „PM Mentalist" festgelegt
  • 7 Regeln aus den Denkgebäuden destilliert
Do
1 Session
  • Landingpage inkl. Regelwerk gebaut
  • Erste Farbwelt (Navy) umgesetzt
Check
direkt
  • Dein Feedback: „Design ist cool, aber Mentalist + Futura fehlt"
  • Konkret, umsetzbar — kein vages „gefällt mir nicht"
Act
1 Session
  • Espresso/Gold-Palette + Futura/Jost umgesetzt
  • Über-Sektion mit echten Daten gefüllt
Gelernt: Schnelle, ehrliche Feedback-Runden (Regel 2) sind schneller am Ziel als ein perfekter erster Entwurf.
Welle 1 — Pilot
Der Beweis
Plan → Do
HAL-Test (Pre-mortem-Tool)

Plan: 1–2 reale, laufende Projekte auswählen; Erfolgskriterium vorab fixieren — „findet das Tool mind. ein Risiko, das die reguläre Projektprüfung übersehen hätte?" Do: geführten Inversions-Durchlauf mit echten Stakeholdern fahren, Ergebnis dokumentieren.

Übergabe an Check: Nur mit dokumentiertem Vorher/Nachher — nicht mit „hat allen gefallen".
Plan
~1 Woche
  • 1–2 laufende Projekte als Testfeld wählen (kein Neustart-Projekt)
  • Erfolgskriterium schriftlich fixieren, bevor es losgeht
  • MVP-Form: geführter Prompt-Dialog, kein UI nötig
Do
~2 Wochen
  • Inversions-Session mit echten Stakeholdern fahren
  • „Wie scheitert das garantiert?" durchspielen, Pfade sammeln
  • Jeden Pfad in eine Schutzmaßnahme zurückklappen
Check
~1 Woche
  • Gegen das vorab fixierte Kriterium prüfen, nicht gegen ein neues
  • Team fragen: hätte das reguläre Review dieses Risiko gefunden?
  • Ergebnis ehrlich dokumentieren, auch wenn „nein"
Act
~1 Woche
  • Bei Erfolg: UI bauen, ins Portal als „Verfügbar" aufnehmen
  • Gate-Entscheid dokumentieren (siehe unten)
  • Welle 2 startet erst danach
Geschätzter Aufwand gesamt: ~4–5 Wochen, niedrige Intensität (parallel zum Tagesgeschäft fahrbar). Owner: du als Pilot-Anwender + 1 Testprojekt-Team.
Welle 2 — Quick Wins
Breite vor Tiefe
Plan
Salzbad-CheckAnalogie-Engine

Startet erst, wenn Welle 1 mindestens den „Act"-Gate erreicht hat — Kapazität und Glaubwürdigkeit sind begrenzt, nicht parallel verzetteln (das wäre selbst ein Fall von Regel 1: Goldplating am Rollout-Plan).

Wartet auf: Freie Kapazität nach Welle-1-Entscheid.
Plan
~3–4 Tage je Tool
  • Salzbad-Check: kurzer Fragebogen „wo herrscht Feedback-Entzug?"
  • Analogie-Engine: 3–5 Testprobleme aus eigener Praxis sammeln
Do
~1 Woche je Tool
  • Als leichtes Widget im Portal, ohne Login
  • Erste Fassung an 2–3 Testnutzer geben
Check
~3–4 Tage
  • Nutzungsdaten + qualitatives Feedback zusammen betrachten
  • Bringt eine Analogie tatsächlich eine neue Lösungsidee, oder nur Unterhaltung?
Act
~3–4 Tage
  • Bei Erfolg: als Standard-Widgets veröffentlichen
  • Bei „nett, aber wirkungslos": bewusst als Kill dokumentieren
Geschätzter Aufwand gesamt: ~3–4 Wochen für beide Tools zusammen, sobald Kapazität frei ist.
Welle 3 — Skalierung
B2B-Einstieg
Geparkt
Double-Bind-Diagnose

Höherer Anspruch (Org-Diagnose), braucht die Referenz-Story aus Welle 1. Bewusst zurückgestellt statt vorgezogen — Ungeduld hier wäre der teuerste Fehler im ganzen Plan.

Startbedingung: Mind. eine verifizierte Erfolgsgeschichte aus Welle 1/2.
Plan
nach Freigabe
  • 1 Pilotorganisation/-team finden (eigenes Netzwerk zuerst)
  • Erfolgskriterium: „deckt einen Anreiz-Widerspruch auf, der im Alltag unsichtbar war"
Do
~2–3 Wochen
  • Agenten lesen Policies/OKRs/Verträge der Pilotorganisation
  • Karte der paradoxen Anreize erzeugen
Check
~1 Woche
  • Mit Führungsebene der Pilotorganisation gegenprüfen
  • Nur echte Fälle zählen, keine Allgemeinplätze
Act
~1 Woche
  • Bei Erfolg: als bezahltes Beratungsformat anbieten
  • Referenzfall für weitere B2B-Akquise nutzen
Startbedingung bleibt hart: Kein Vorziehen ohne verifizierte Erfolgsgeschichte aus Welle 1 — sonst verkauft das Portal ein Versprechen statt eines Ergebnisses.

Das Check-Gate — drei Ausgänge, keine automatische Fortsetzung

Am Ende jeder Welle entscheidet das Ergebnis, nicht der Kalender. Grundregel: Wird nur die Kennzahl „Tool wurde benutzt" gemessen statt der echten Wirkung, ist das Gate wertlos (Regel 3 — Lem/Goodhart).

Act — Ausrollen

Klar belegter Mehrwert (das vorab fixierte Kriterium erfüllt). Wird Standardwerkzeug, nächste Welle startet.

Re-Plan — Nachschärfen

Ansatz richtig, Umsetzung nicht. Gleicher Zyklus, engerer Fokus, andere Stellschraube — kein neues Konzeptpapier, nur ein neuer Plan-Schritt.

Kill — Einstellen

Kein belegter Mehrwert trotz fairer Chance. Wird offen als „geprüft, verworfen" dokumentiert — auch das ist ein Ergebnis, kein Scheitern.

Kommunikationsmittel

Kadenz schlägt Botschaft.

Nicht mehr reden — regelmäßiger, kleiner, ehrlicher reden. Genau die Umkehrung des Salzbads (Regel 2 — Lems Isolationstank-Test aus Der bedingte Reflex, Pirx-Zyklus): Wer lange schweigt und dann ein Riesenpaket liefert, erzeugt Überreaktion. Jede Nachricht folgt derselben Dreiteilung: Faktum → Einordnung → nächster Schritt.

StakeholderMittelKadenzZweckModus
Pilot-Projektteam Kurzer Sync (15 Min) oder Voice-Memo 2×/Woche, während der Do-Phase Reibung & Rohdaten sofort einsammeln, nicht erst am Ende Interaktiv
Sponsor / Entscheider Drei-Satz-Ampel-Update 1×/Woche, fester Wochentag Fortschritt und Blocker sichtbar halten — Farbe ehrlich, auch bei Gelb/Rot (Regel 5) Push
Early-Access-Liste Kurzer „Baustelle sichtbar"-Post + Statusseite im Portal Alle 2–3 Wochen Erwartung mitwachsen lassen — echte Fortschritte und Rückschläge, kein Overselling Push Pull
Gate-Entscheidung (Act/Re-Plan/Kill) Persönliches Gespräch zuerst, danach schriftliche Zusammenfassung Einmalig, am Ende jeder Welle Eine Kill-Entscheidung per Mail zu eröffnen, ist die Gefälligkeits-Falle aus Regel 5 in Reinform Interaktiv

Warum diese Verteilung und nicht „alle bekommen alles": Ein Sponsor, der zweimal wöchentlich ins Detail gezogen wird, hört irgendwann auf zuzuhören — genau die Feedback-Übersättigung, die Regel 2 eigentlich verhindern soll. Ein Pilot-Team, das nur den Wochenreport bekommt, kann seine Reibung nicht rechtzeitig einbringen. Das richtige Mittel pro Rolle ist kein Nice-to-have, es ist der Unterschied zwischen „positiv präsent" und „lästig".

Stakeholder-Steuerung

PIS — Power · Interest · Status

Drei Koordinaten bilden den Vektor je Stakeholder: Einfluss auf den Rollout-Erfolg (P), Eigeninteresse am Ergebnis (I) und die tatsächliche Statur, mit der diese Person auftritt (S) — auf derselben Skala wie P. Der gestrichelte Pfeil auf dem P/I-Feld ist kein Rückblick, sondern die Arbeitsanweisung für die nächste Kommunikationsrunde. S selbst ist eindimensional — ein einzelner Vergleichswert, keine eigene Richtung — und wird im Diagramm als dritte Dimension über die Kreisgröße sichtbar: großer Kreis = hohe Statur, kleiner Kreis = geringe Statur. Klafft eine Lücke zwischen einer hohen Position (P) und einem kleinen Kreis (S) — Statur, die mit der zugewiesenen Rolle nicht mithält —, ist das ein eigenständiges Risiko, keine Randnotiz (siehe Warnung unten). Voraussetzung für alles: die Stakeholder überhaupt korrekt zu kennen — siehe veraltete Org-Pläne als Zeitfalle.

KEEP SATISFIED MANAGE CLOSELY MONITOR KEEP INFORMED INTERESSE → ↑ POWER 0 5 10 0 5 10 PT SP EA B2B

Kreisgröße = S (Status), dritte Vektor-Dimension neben P/I · kleiner Kreis = geringe Statur, großer Kreis = hohe Statur

Neutral → Unterstützer
Pilot-Projektteam
P = 3 · I = 8 · S = 4 · Keep Informed
Früh und oft einbinden. Reibung sofort einsammeln, nicht erst am Ende der Welle. Vektor zeigt nach oben: Power (P) wächst, wenn das Team die Ergebnisse intern weiterträgt und zum Multiplikator wird. S liegt nah an P — keine Statur-Lücke, unkritisch.
Abwartend
Sponsor / Entscheider
P = 9 · I = 5 · S = 9 · Keep Satisfied
Drei-Satz-Ampel, pünktlich, ohne Überraschungen. Vektor zeigt nach rechts: Interesse (I) steigt, sobald Gate-Ergebnisse direkt auf seine Entscheidungsebene einzahlen — Fakten statt Stimmungsberichte. S entspricht P: hohe Power trifft auf entsprechende Statur, tragfähige Kombination.
Interessiert
Early-Access-Liste
P = 2 · I = 7,5 · S = 3 · Keep Informed
Pull-Angebot, kein Spam. Statusseite im Portal als Selbstbedienungskanal. Vektor zeigt nach oben: Power (P) wächst, sobald die Community als zitierbare Referenzgruppe fungiert. S liegt nah an P — unkritisch.
Unbekannt — Welle 3
Potenzieller B2B-Kunde
P = 7 · I = 3 · S = 6 · Keep Satisfied
Kein Direktkontakt ohne belegte Referenz-Story aus Welle 1. Vektor zeigt nach rechts-oben: Interesse (I) wächst nur durch konkrete Fallbeispiele — kein Akquise-Gespräch ohne nachgewiesene Wirkung. S etwas unter P — im Rahmen, aber beobachten.

Der Vektor ist das Entscheidende. Ein Punkt auf dem Raster sagt, wo ein Stakeholder heute steht. Der gestrichelte Pfeil sagt, wohin die Strategie ihn lenken soll — und macht die Kommunikationsmaßnahmen aus der Tabelle oben direkt überprüfbar: stimmt die Maßnahme mit dem Pfeil überein, oder arbeiten sie gegeneinander?

Wenn die Schuhe zu groß sind: P ≫ S als eigenes Risiko. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Bauleiter mit hoher zugewiesener Power (im Projektmeeting hört das Team auf ihn) sprach noch unsicher Deutsch. Rückfragen und Termindiskussionen im Meeting verstand er nicht vollständig — aus Unsicherheit sagte er lieber jeden vorgeschlagenen Termin zu, statt nachzufragen oder zu widersprechen. Power hoch, Status niedrig: genau diese Lücke hat das Projekt in Verzug gebracht, nicht böser Wille oder fehlende Fachkompetenz. Im PIS-Diagramm wäre das ein kleiner Kreis weit oben auf der Power-Achse — die Positions-Höhe verspricht mehr Statur, als der Kreis tatsächlich zeigt. Man muss die Schuhe, die man bekommt, auch anziehen können. Sind sie zu groß, muss man schnell hineinwachsen — sonst wird nicht die Person mit der Lücke, sondern der PM, der sie nicht geschlossen hat, dafür geopfert.