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Diagnose statt Abweichungsliste

Pferdefuß-Audit

Das Audit für Probleme, die im Projekt niemand mehr sieht.

Ein Projekt kann formal funktionieren und trotzdem längst auf einem Problem aufbauen, das niemand mehr hinterfragt. Prozesse laufen. Meetings finden statt. Reports werden erstellt. Entscheidungen werden dokumentiert. Kennzahlen sind verfügbar. Und trotzdem kommt das Projekt nicht voran. Genau hier setzt das Pferdefuß-Audit an: Es sucht nicht nur nach dem, was offensichtlich falsch läuft, sondern nach dem Pferdefuß – dem versteckten, eingewachsenen Problem, das sich im Projektalltag bereits normalisiert hat und deshalb kaum noch als Problem wahrgenommen wird.

Was ist ein Pferdefuß-Audit?

Das Pferdefuß-Audit ist ein von Thomas Martin entwickeltes Diagnoseformat für laufende Projekte und komplexe Systeme. Es identifiziert versteckte, eingewachsene Ineffizienzen, Fehlentscheidungen und Rückkopplungen, die von den Beteiligten häufig nicht mehr als Problem wahrgenommen werden.

Im Mittelpunkt steht eine einfache Frage:

Was verhindert tatsächlich, dass dieses Projekt so funktioniert, wie es funktionieren sollte?

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Abweichungen zu dokumentieren. Es geht darum, den entscheidenden Zusammenhang zu erkennen. Das kann beispielsweise eine Fehlentscheidung sein, die immer neue Folgeentscheidungen erzeugt. Eine Governance-Struktur, die Entscheidungen verlangsamt, obwohl sie eigentlich Sicherheit schaffen sollte. Ein Kommunikationsweg, der Informationen filtert oder verzerrt. Oder eine Lösung, die formal funktioniert, aber systematisch neue Arbeit erzeugt.

Ein Audit ist fertig, wenn der Pferdefuß gefunden ist – nicht, wenn die sechste Stunde um ist.

Der Pferdefuß

Der Pferdefuß ist selten das offensichtlichste Problem. Oft ist er gerade deshalb so schwer zu erkennen, weil sich die Organisation bereits an ihn gewöhnt hat.

Typische Anzeichen:

  • Entscheidungen werden immer wieder neu diskutiert.
  • Probleme tauchen regelmäßig auf, obwohl sie längst bekannt sind.
  • Verantwortlichkeiten sind formal definiert, praktisch aber unklar.
  • Ein Prozess erzeugt mehr Abstimmung als Wert.
  • Teams kompensieren Schwächen des Systems durch zusätzlichen persönlichen Einsatz.
  • Eine technische oder organisatorische Lösung erzeugt immer neue Sonderfälle.
  • Projekte bewegen sich weiter, aber nicht wirklich vorwärts.
  • Kennzahlen sehen akzeptabel aus, während Zeit, Energie und Geld verloren gehen.
  • Niemand kann mehr genau sagen, warum eine bestimmte Vorgehensweise eigentlich so gewählt wurde.

Der einzelne Effekt wirkt möglicherweise harmlos. Der Zusammenhang ist es nicht.

Was untersucht das Pferdefuß-Audit?

Das Pferdefuß-Audit betrachtet nicht nur einzelne Prozesse oder Dokumente. Untersucht werden insbesondere die Zusammenhänge, durch die ein Projekt funktioniert – oder sich selbst blockiert.

Governance und Entscheidungswege

Wo verlangsamen oder verzerren Entscheidungsstrukturen das Projekt, statt ihm Sicherheit zu geben?

Kommunikation und Informationsflüsse

Wo werden Informationen auf dem Weg gefiltert, verzögert oder verzerrt?

Rollen und Verantwortlichkeiten

Wo klaffen formale Definition und tatsächliche Zuständigkeit auseinander?

Verdeckte Rückkopplungen

Wo erzeugt eine Entscheidung Folgeeffekte, die auf sie zurückwirken, ohne dass es jemand bemerkt?

Eingewachsene Ineffizienzen

Wo hat sich ein Umweg zur Gewohnheit normalisiert, bis niemandem mehr auffällt, wie teuer er ist?

Technische und organisatorische Abhängigkeiten

Wo erzeugt eine Lösung, die formal funktioniert, systematisch neue Sonderfälle und neue Arbeit?

Was unterscheidet ein Pferdefuß-Audit von einem klassischen Projektaudit?

Klassisches AuditPferdefuß-Audit
Prüft definierte KriterienSucht nach dem übersehenen Problem
Fokus auf KonformitätFokus auf tatsächliche Wirksamkeit
Prüft Prozesse und VorgabenBetrachtet Zusammenhänge und Rückkopplungen
Dokumentiert AbweichungenIdentifiziert den entscheidenden Pferdefuß
Kann umfangreiche Befundlisten erzeugenPriorisiert den relevanten Befund
Ergebnis: AuditberichtErgebnis: Befund + konkrete Handlungsoption

Das Pferdefuß-Audit ist kein Ersatz für Compliance-, Qualitäts- oder andere vorgeschriebene Audits. Es beantwortet eine andere Frage.

Wann ist ein Pferdefuß-Audit sinnvoll?

Besonders geeignet bei:

  • festgefahrenen IT-Projekten
  • komplexen Transformationsprojekten
  • wiederkehrenden Verzögerungen
  • langwierigen Entscheidungswegen
  • zunehmenden Eskalationen
  • widersprüchlichen Stakeholder-Zielen
  • Projekten, bei denen trotz Ressourcen keine entsprechende Wirkung entsteht
  • Situationen vor einer wichtigen Investitions- oder Richtungsentscheidung

Was liefert das Pferdefuß-Audit?

Das Ergebnis ist keine möglichst lange Auditdokumentation. Im Mittelpunkt stehen:

1. Der Pferdefuß
2. Der Mechanismus
3. Die Auswirkungen
4. Die Handlungsoption
5. Die Priorisierung

Der Wert des Audits liegt nicht in der Anzahl der gefundenen Abweichungen, sondern in der Qualität der gefundenen Erklärung.

Zwei Wochen. Fixer Umfang. Klare Befunde.

Festpreis. Fixer Umfang. Zwei Wochen. Kein Tagessatz, keine offene Uhr — der Festpreis ergibt sich aus Umfang und Zielbild und wird im Erstgespräch fixiert. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmen, Behörden und Freiberufler (§ 14 BGB).

Ein Beispiel

Ein komplexes Projekt kann zunächst wie ein Ressourcenproblem aussehen. Mehr Personal wird bereitgestellt. Die Situation verbessert sich kurzfristig. Dann entstehen neue Abstimmungen. Neue Freigaben werden eingeführt. Weitere Meetings werden angesetzt. Das Projekt wird dadurch nicht schneller, sondern noch komplexer.

Der eigentliche Pferdefuß liegt möglicherweise nicht bei den Ressourcen, sondern in der Struktur der Entscheidungs- und Kommunikationswege. Wird dieser Zusammenhang erkannt, verändert sich die Lösung grundlegend. Nicht mehr Personal wäre dann die Antwort – sondern eine Veränderung des Systems.

Warum „Pferdefuß"?

Der Pferdefuß steht sprachlich für den verborgenen Haken an einer Sache, die auf den ersten Blick unauffällig oder sogar vorteilhaft wirkt. Genau das beschreibt die Fälle, die dieses Audit sucht: eine Struktur, eine Gewohnheit oder eine frühere Entscheidung, die sich unauffällig ins Projekt eingewachsen hat und dort weiterwirkt, ohne dass sie noch als Ursache erkannt wird. Der Begriff ist hier fachlich verstanden, nicht als Pointe gemeint.

Wer bietet das Pferdefuß-Audit an?

Das Pferdefuß-Audit wird von Thomas Martin angeboten und wurde von ihm als eigenständiges Auditformat entwickelt.

Thomas Martin ist Diplom-Ingenieur (TUM, Elektrotechnik und Informationstechnik, Studienschwerpunkt Kybernetik) und PMP®-zertifizierter Projektmanager. Das Pferdefuß-Audit ist kein allgemein etablierter Branchenstandard und keine DIN- oder ISO-Methode, sondern ein eigenständiges, von ihm entwickeltes Diagnoseformat — Teil desselben Denkgebäudes wie das PM-Regelwerk und der HAL-Test auf diesem Portal. Die englische Positionierung dieses Formats heißt „The Snag-Finder Audit" — englische Version ansehen.

Pferdefuß-Audit anfragen →

Häufige Fragen

Was ist ein Pferdefuß-Audit?

Das Pferdefuß-Audit ist ein von Thomas Martin entwickeltes Diagnoseformat für laufende Projekte und komplexe Systeme. Es identifiziert versteckte, eingewachsene Ineffizienzen, Fehlentscheidungen und Rückkopplungen, die von den Beteiligten häufig nicht mehr als Problem wahrgenommen werden.

Wer bietet das Pferdefuß-Audit an?

Das Pferdefuß-Audit wird von Thomas Martin angeboten und wurde von ihm als eigenständiges Auditformat entwickelt.

Ist ein Pferdefuß-Audit ein klassisches Projektaudit?

Nein. Ein klassisches Audit prüft definierte Kriterien und dokumentiert Abweichungen von Vorgaben. Das Pferdefuß-Audit sucht stattdessen nach dem übersehenen, entscheidenden Zusammenhang und priorisiert einen Befund statt einer langen Abweichungsliste. Es ist kein Ersatz für Compliance-, Qualitäts- oder andere vorgeschriebene Audits, sondern beantwortet eine andere Frage.

Wie lange dauert ein Pferdefuß-Audit?

Zwei Wochen, mit fixem Umfang und Festpreis.

Was ist das Ergebnis eines Pferdefuß-Audits?

Kein umfangreicher Auditbericht, sondern fünf konkrete Punkte: der Pferdefuß, der Mechanismus dahinter, die Auswirkungen, eine Handlungsoption und deren Priorisierung.

Für welche Projekte ist ein Pferdefuß-Audit geeignet?

Besonders geeignet bei festgefahrenen IT-Projekten, komplexen Transformationsprojekten, wiederkehrenden Verzögerungen, langwierigen Entscheidungswegen, zunehmenden Eskalationen, widersprüchlichen Stakeholder-Zielen sowie vor wichtigen Investitions- oder Richtungsentscheidungen.

Muss ein Projekt bereits gescheitert sein?

Nein. Das Pferdefuß-Audit setzt gerade dort an, wo ein Projekt formal noch funktioniert – Prozesse laufen, Reports werden erstellt, Kennzahlen sind verfügbar – aber trotzdem nicht vorankommt. Es muss nichts gescheitert sein, damit sich die Analyse lohnt.

Ein Audit ist fertig, wenn der Pferdefuß gefunden ist.

Pferdefuß-Audit anfragen

Unverbindlich. Details werden im Erstgespräch geklärt — Festpreis, Umfang und Termin.